Colombin - An Austrian Band


Tumblr

Bernd, am 22. Juni 2010

Ich habe mir einen Tumblr-Blog gegönnt:

skofield.tumblr.com

Ansonsten ist alles etwas fad außer dass ich versuchen werde sowas ähnliches wie einen Songs (mal wieder) selbst zu produzieren.


Ausflug

Michael, am 15. Juni 2010

So wie es aussieht, werde ich übermorgen für eine gute Woche zu meiner Mutter nach Kroatien fahren, um etwas abzuschalten, ein bisschen im Meer zu plätscheln und ein paar Lieder zu schreiben. Kroatien ist mein zweites (erstes?) Zuhause, und ich war schon lange nicht mehr dort. Und da ich in letzter Zeit einen immer stärker werdenden Drang nach einem Tapetenwechsel verspüre, nutze ich den Umstand, dass ich zur Zeit keine wichtigen Termine einhalten muss, zur Flucht. Um ehrlich zu sein, mir kommt schon das Kotzen hier, so dringend möchte ich weg. Ich muss sowieso ständig hin und her, sonst geht es mir schlecht. Ich ertrage dieses Gleichbleibende nicht.

Ich hoffe, ich kann euch etwas schönes von dort mitbringen.


Ein Maß der Ruhe und des Fleißes

Michael, am 12. Juni 2010

Ohne das geringste Augenzwinkern kann ich verkünden, dass der letzte Monat, der Mai im Jahre 2010, einer der besten Monate meines Lebens war. Noch nie zuvor bin ich mit solch einer Intensität meiner Berufung gefolgt, Musik zu atmen, zu verdichten, mitzuteilen. Noch nie zuvor habe ich mich so authentisch gefühlt. Wenige Tage nach unserem Auftritt wurde ich in einem Aufwisch von einer Erkältung, einer kreislaufschwächenden Hitzewelle, sowie einer allergischen Reaktion auf den rumflirrenden Blütenstaub überrollt. Ich habe schon bessere Tage gesehen. Aber bei all diesen Dingen handelt es sich bloß um Bagatellen. Was mich im Moment tatsächlich bekümmert ist das Fehlen einer (vermeintlich) großen Aufgabe, der ich mich mit aller Kraft zuwenden wollen kann. Meine größte Angst, das Thema meines lebenslangen Leidensweges, besteht darin in einem modernden Sumpf aus Langeweile zu versickern und schlussendlich in der Obskurität unterzugehen. Diese Angst war im Mai entkräftet und überwunden. Eine einmonatige Exkursion in die Gefilde der Wirksamkeit. Jetzt fühle ich mich wieder so nutzlos, als ob ich nie etwas gewesen wär.

 

Meine körperlichen Beschwerden habe ich zum Großteil überwunden. Nur die Hitze, die bekommt mir einfach nicht: mir wird schwarz vor Augen, mehrmals am Tag. Mein Kreislauf ist ein träges System. Ich bin eine Pflanze. Damit kann ich leben.

 

Ich habe wieder begonnen an neuem Material zu arbeiten, gegen die eigene Irrelevanz anzuschreiben. Ich wollte meinen Stift im Juni ruhen lassen, um mich anderen Dingen zu widmen, aber in der Unproduktivität verliere ich mein seelisches Gleichgewicht. Und dann geht nicht mal mehr irgendwas.

 

Nicht mal mehr Unzufriedensein.


Konzertabrechnung

Michael, am 5. Juni 2010

Das Konzert war gut. Wer nicht dabei war hat etwas versäumt. Ein paar unserer Freunde waren anwesend und haben durchgehend schmeichelhafte Urteile ausgesprochen. Ich persönlich war noch nie so zufrieden mit einem Auftritt. Bernd ebenso, nehme ich an.

Unsere Freundin Christine hatte uns und unsere Unterstützer vor dem Auftritt mit selbstgemachten Colombin-Anstecksouvenirs versorgt. Julia trug ein Colombin-T-Shirt aus unserem Shop, das – laut ihrer eigenen Aussage – ihre prämenstruell angeschwollenen Brüste gut hervorhob. Nach dem Konzert saßen wir noch mit unseren Freunden draußen vor dem Rhiz und lachten viel. Es war eine schöne Nacht.

Wir werden von nun an wieder öfter auf der Bühne stehen. Weil es gut so ist.


Konzertvorbereitung, Tag 30

Michael, am 2. Juni 2010

Der Monat ist um, wir stehen morgen auf der Bühne und machen ein Konzert.

Ich habe heute jene Texte gepaukt, die noch nicht so ganz sitzen. Das heißt nicht, dass ich sie bis morgen nicht wieder vergesse, aber ich kann mit gutem Gewissen behaupten, dass ich mich noch nie so intensiv auf einen Auftritt vorbereitet habe.

Morgen Mittag machen wir Generalprobe. Danach werde ich versuchen mich zu entspannen, bis wir uns auf der Bühne im B72 breit machen. Ich bin aufgeregt und voller Selbstzweifel. Wir haben uns während des letzten Monats so viel Mühe gegeben – sollte der Auftritt hinter unseren Erwartungen zurückbleiben, würde das ein bitteres Gefühl zurücklassen. Aber selbst falls es so weit kommt: wir haben auf jeden Fall gelernt was alles möglich ist, wenn man mit Überzeugung hinter einer Sache steht. Ich würde sogar soweit gehen zu sagen, der morgige Auftritt ist der zweite Anfang von Colombin. Eine Renaissance in kleinem Rahmen. Von hier an können wir nur wachsen, was mich zum nächsten Punkt führt.

Wir haben lange Zeit alle Angebote und Anfragen live zu spielen abgelehnt, mit der Begründung, wir hätten momentan kein Programm am Start. Diese Ausrede hat nun natürlich ihre Gültigkeit verloren. Wir werden in diesem Jahr also mit großer Sicherheit weitere Auftritte organisieren. Und wenn es morgen nicht hinhaut, dann vielleicht ein Andermal. Man darf gespannt sein!

So. Wenn ihr mir morgen nach dem Auftritt Blumen schenken wollt, okay. Aber bitte keine Birke, gegen die bin ich allergisch.


Konzertvorbereitung, Tag 28

Michael, am 31. Mai 2010

Was für ein verrückter Monat!

Ich habe heute alle Schlagzeug-Playbacks in ihre endgültige Form gebracht. Jetzt muss ich nur mehr die neuen Texte auswendig lernen. Ich blicke fast schon mit ein bisschen Wehmut auf den Juni. Die tägliche Arbeit für die Band war oft anstrengend und hat mich zeitweise viel Überwindung gekostet, aber sie hat mein Leben auch sehr bereichert. Nach dem Konzert bin ich einen Monat lang anderweitig beschäftigt, also werde ich das einstweilen so nicht fortführen können. Was nicht heißt, dass die Arbeit ganz eingestellt wird. Ab August geht es dann vorrausichtlich wieder so richtig los – mit der Arbeit an unserem Debut-Album.

Und ich muss schon wieder weg. Ich habe eine Verabredung im Porgy & Bess, wo ich vorher noch nie gewesen bin. Ich bin gespannt.


Donnerstag, 3. Juni, B72 um 20 Uhr…

Bernd, am 31. Mai 2010

öffnet “Der Gute Club” seine Pforten. Wir werden dort live spielen. Seit langem wieder einmal auf einer Bühne. Wir haben uns, und tun es noch immer, intensiv vorbereitet und hoffen (glauben sogar), dass es gut wird. Wir spielen zehn Songs, das Ganze wird eine Stunde dauern aber danach gibt sich noch ein “very special Surprise Guest” die Ehre. Es wird gut.
Außerdem unterstützen uns unsere Freunde Unruhestifter und The Cowboykiller am DJ-Pult. Auch das wird gut.

Ihr habt jede menge Möglichkeiten uns zu zeigen, dass ihr sehr gern kommt. Nämlich:

auf Facebook
auf MySpace und
auf Last.fm

Karten gibt´s im Vorhinein bei der Jugendinfo Wien (Babenbergerstraße 1, 1010 Wien) um 5 Euro und an der Abendkassa um 7 Euro.

Für Donnerstag wird es sich nicht mehr ausgehen aber wenn euer Kleiderschrank an Mottenbefall leidet dann holt euch doch ein neues T-Shirt mit einem schönen Vogel vorne drauf:

Colombin @ Spreadshirt

Und zur Einstimmung, wenn ihr etwas unlocker drauf seid, unser Remix zu Skeros Kabinenparty vertreibt jede schlechte Laune:



Wir sind aufgeregt aber bereit und freuen uns über jedes bekannte wie auch unbekannte Gesicht am Donnerstag. Wenn ihr was loswerden wollt, quatscht uns einfach an!

Wir freuen uns!


Konzertvorbereitung, Tag 27

Michael, am 30. Mai 2010

Noch viermal schlafen, dann stehen wir im B72 in Wien auf der Bühne und unterhalten euch eine Stunde lang.

Wir hatten heute unsere vorletzte Probe. Die Generalprobe halten wir am Donnerstag ab, im t-on in Wien, Raum 5 (unser Lieblingsraum). Bis dahin muss ich noch einiges erledigen. Stress!

Ich muss jetzt die Schlagzeugspuren der ganzen Songs in eine einheitliche Form bringen, damit Pegel und Klangcharakteristiken sich im Einklang miteinander befinden. Dann muss ich noch ein paar Texte auswendig lernen, vielleicht auch noch die neuen Texte an ein paar Stellen umschreiben. Alles in Allem wird unser Auftritt wohl eine knappe Stunde gehen, so wie es geplant war. Zehn Nummern sind es geworden. Davon einige, die noch keiner von euch gehört hat, sowie ein paar ganz alte.

Ich bin erschöpft. Die Band ist im letzten Monat zu richtiger Arbeit ausgeartet. Keine Lust haben ist bei uns schon lange keine Ausrede mehr. Nach dem Auftritt nehme ich mir jedenfalls einen halben Tag frei. Ich muss mal abschalten.


Konzertvorbereitung, Tag 26

Michael, am 28. Mai 2010

Wir haben heute wieder geprobt. Ich würde sagen, wir sind fleißig.

Die beiden Songs mit den neuen Texten haben heute schon etwas besser geklungen als gestern. Die Texte sind mir immer noch fremd, aber ich konnte mich heute schon ein Stück weit in sie einfühlen. In ein paar Tagen wird das schon.

Ich werde morgen alle Texte ausdrucken um sie anschließend auswendig zu lernen. So richtig ins Hirn hämmern werd ich sie. Nächsten Donnerstag werde ich keinen Notenständer auf der Bühne dulden. Ist ja auch lächerlich. Notenständer auf der Bühne bei einem Rockkonzert? HA! Mein Vater würde fragen, ob das überhaupt legal ist. Das hat er nämlich auch gefragt, als er erfahren hat, dass das Schlagzeug bei uns aus dem Walkman kommt. Mir ist nicht mal eine Antwort darauf eingefallen. Hat mich eiskalt am falschen Fuß erwischt.

Das passiert mir nicht nochmal. Nicht mit dem Notenständer.


Konzertvorbereitung, Tag 25

Michael, am 27. Mai 2010

Heute in einer Woche stehen wir auf der Bühne. Zum ersten Mal seit einer Ewigkeit. Das ist nicht nichts.

Ich habe heute den letzten ausständigen Songtext geschrieben. Zusammen mit dem Text von gestern sind das zwei Texte in zwei Tagen. Ich hab sie einfach rausgedrückt. Besonders gut sind sie nicht geworden, glaube ich. Das ist aber oft der erste Eindruck von frischen Texten, bevor sie Zeit gehabt haben zu atmen. Ein Text muss in meinen Augen nicht hervorragend sein. Er soll einfach nur der Musik nicht im Weg stehen, sofern die Musik das tragende Element ist. Ob diese Bedingung im Einzelnen erfüllt wird, kann ich aber erst bestätigen, wenn ich den jeweiligen Text samt seiner Phrasierung und aufmodulierten Melodie verinnerlicht habe. Oft lösen sich die anfänglichen Zweifel dann in Wohlgefallen, manchmal sogar in Begeisterung und Stolz auf.

Bernd und ich haben heute wieder geprobt. Es war eine anstrengende, laute Probe. Ich konnte dabei mein neues Gitarren-Setup ausprobieren. Mit der Post sind heute mein Delay-Pedal und eine Stromversorgung für zehn Effektgeräte geliefert worden. Im Proberaum liegen schon seit langem einige Effektgeräte herum, die ich bisher nur in Ausnahmefällen verwendet habe, weil mir immer wieder die Batterien leer geworden sind. Das passiert, wenn man vergisst nach der Probe die Kabel aus den Geräten zu ziehen, was in meinen Augen ein Verbrechen gegen jegliche Benutzerfreundlichkeit darstellt. Mit meiner neuen externen Stromversorgung konnte ich zum ersten Mal alle Geräte in Serie schalten und mich nach Herzenslust austoben. Ich habe mich dann aber zurückgehalten, um Bernd nicht auf die Nerven zu gehen. Für den Auftritt muss ich mir auf jeden Fall noch ein paar Konfigurationen zurechtlegen.

Es war ein guter Tag.






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