Heute in einer Woche stehen wir auf der Bühne. Zum ersten Mal seit einer Ewigkeit. Das ist nicht nichts.
Ich habe heute den letzten ausständigen Songtext geschrieben. Zusammen mit dem Text von gestern sind das zwei Texte in zwei Tagen. Ich hab sie einfach rausgedrückt. Besonders gut sind sie nicht geworden, glaube ich. Das ist aber oft der erste Eindruck von frischen Texten, bevor sie Zeit gehabt haben zu atmen. Ein Text muss in meinen Augen nicht hervorragend sein. Er soll einfach nur der Musik nicht im Weg stehen, sofern die Musik das tragende Element ist. Ob diese Bedingung im Einzelnen erfüllt wird, kann ich aber erst bestätigen, wenn ich den jeweiligen Text samt seiner Phrasierung und aufmodulierten Melodie verinnerlicht habe. Oft lösen sich die anfänglichen Zweifel dann in Wohlgefallen, manchmal sogar in Begeisterung und Stolz auf.
Bernd und ich haben heute wieder geprobt. Es war eine anstrengende, laute Probe. Ich konnte dabei mein neues Gitarren-Setup ausprobieren. Mit der Post sind heute mein Delay-Pedal und eine Stromversorgung für zehn Effektgeräte geliefert worden. Im Proberaum liegen schon seit langem einige Effektgeräte herum, die ich bisher nur in Ausnahmefällen verwendet habe, weil mir immer wieder die Batterien leer geworden sind. Das passiert, wenn man vergisst nach der Probe die Kabel aus den Geräten zu ziehen, was in meinen Augen ein Verbrechen gegen jegliche Benutzerfreundlichkeit darstellt. Mit meiner neuen externen Stromversorgung konnte ich zum ersten Mal alle Geräte in Serie schalten und mich nach Herzenslust austoben. Ich habe mich dann aber zurückgehalten, um Bernd nicht auf die Nerven zu gehen. Für den Auftritt muss ich mir auf jeden Fall noch ein paar Konfigurationen zurechtlegen.
Es war ein guter Tag.