Colombin - An Austrian Band


Hella Comet – Celebrate Your Loss

Michael, am 7. März, 2010

Es war im Oktober letztens Jahres, wenn ich mich richtig erinnere. An einem der seltenen Tage, an denen ich mich überwinden konnte unsere MySpace-Seite auszumisten, klickte ich durch die Profile der Freundschaftsanfragen und blieb bei einer Band mit dem dichterischen Namen Hella Comet hängen. Was ich dort zu hören bekam, von dieser mir völlig unbekannten Gruppe, versetzte mich zurück in die fantastische Zeit vor circa sieben Jahren, als die Liebe zum Post-Rock in mir aufflammte, und ich mit jeder der Kult-Bands dieses Genres, die ich für mich entdeckte, den Begriff von erwachsener Musik neu definieren musste. Der Sound von Hella Comet ist dicht und dramatisch, ohne einen Funken von Rührseligkeit. Wenn sie in einem Club spielen, kann es außergewöhnlich laut werden. Wer keine Sensibilität für die Schönheit schwerer Krachteppiche hat, wird hier überfordert. Ich stand letzten Donnerstag im Publikum – starr wie eine Säule – und ging streckenweise minutenlang in mir selbst verloren, eingekringelt in einem Bett aus Breitband-Rauschen. In diesen Momenten fuhr eine Ergriffenheit durch meinen Leib, die mich so hocherregt zurückließ, dass ich mir inmitten des restlichen Publikums entblößt vorkam.

Hella Comet sind anscheinend seit langem ein Geheimtipp. Das wird sich ändern. Man hat sich für das Debut viel Zeit gelassen, für den Sprung in die Öffentlichkeit. Zumindest mir persönlich sind keine Vorläufer zum aktuellen Album bekannt – es lässt sich aus meiner Sicht keine Entwicklung bezeugen. Mit diesem Release ist dafür ein großer Wurf gelungen. Das Design der zugehörigen Drucksachen untermalt die Musik mit großem Einfühlungsvermögen. Offensichtlich ist hier ein Netzwerk von fähigen Komplizen am Werk. Die Platte ist in meinen Augen so makellos, dass sie für mich einige Fragen aufwirft. Wo fing das an, und wann? Hella Comet sind auf einmal aufgetaucht, es war ein Augenblick. Scheinbar ohne Vergangenheit, ein bisschen wie Shakespeare.

Ich mag Shakespeare.

Die Platte ist hier erhältlich auf Vinyl, inklusive CD und MP3-Download. Es gibt dort auch eine EP für umsonst.


2 Kommentare zu “Hella Comet – Celebrate Your Loss”

  1. [...] der Mich letztens über Hella Comet geschrieben hat und somit zurecht auf eine suprige österreichische Band verwiesen hat möcht ich [...]

  2. [...] In 22 Tagen spielen wir unsere Lieder für euch, im B72 in Wien. Zweiundzwanzig. Welch’ schöne Zahl! Heute habe ich die Schlagzeugspuren für “Zeit” und “Diese Stadt” fertiggestellt. Wir haben nun das Backing für etwa ein Drittel unseres Programms. Ich würde sagen, wir liegen ganz gut in der Zeit. Ich habe in den letzten Tagen einen effizienten Workflow entwickelt, also sollten die restlichen Nummern noch diese Woche fertig werden. Ich bin frohen Mutes. Heute habe ich mit meiner Muskelkraft-Kur und einem kardiovaskulären Training begonnen. Ich möchte am 3. Juni fit für euch sein und mich von meiner attraktivsten Seite zeigen, voller Sprungkraft und Elastizität. Hoffentlich wird dann auch ausgiebig fotografiert. Vielleicht nehme ich meine eigene Kamera mit auf die Bühne und halte den Ausdruck in euren Gesichtern fest. Bernd meint immer, die Leute im Publikum schauen so blöd, da fühle er sich unwohl, weil ihn das daran erinnere, dass er genauso blöd schaut, wenn er im Publikum steht. Ich habe das so noch nie wahrgenommen. Wenn ich auf die Bühne gehe, betrete ich ein Séparée. Alles was außerhalb davon passiert, betrifft mich nicht, außer der Applaus zwischen den Stücken. Wenn mir also einer oder eine von euch auf die Bühne winkt und ich abweisend oder desinteressiert wirke, nehmt es nicht persönlich. Ich würde ja gerne anders, aber ich bin dazu nicht fähig. In der Zwischenzeit freue ich mich auf Freitag, da besuchen Bernd und ich das Konzert der großartigen Band Hella Comet im guten Rhiz (in Wien). Wer mit uns plaudern will kann ja ebenfalls kommen und uns dort anstupsen. Ich kann es jedem Fan der Rockmusik nur wärmstens empfehlen. Eine Warnung möchte ich aber vorausschicken: es könnte laut werden. [...]

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